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EDA Praxis / Praxis & Orientierung

HDL-Glossar: 20 Begriffe für den Entwicklungsalltag

Kompakte Erklärungen zu Design, Simulation und Verifikation – mit dem Blick auf die praktische Anwendung.

Die Begriffe sind bewusst kurz eingeordnet. Ein gemeinsames Vokabular erleichtert die Diskussion im Team; konkrete Werkzeugdetails und Sprachregeln gehören in die jeweilige Dokumentation.

HDL
Hardware Description Language: eine Sprache zur Beschreibung von Hardwarestrukturen und Verhalten. VHDL und Verilog/SystemVerilog sind wichtige Vertreter.
RTL
Register Transfer Level: Abstraktion, auf der Register, kombinatorische Logik und Datenübertragungen zwischen Takten beschrieben werden. Nicht jede HDL-Beschreibung ist synthesefähiges RTL.
FPGA
Field-Programmable Gate Array: programmierbarer Logikbaustein, dessen Funktion über eine Konfiguration festgelegt wird. Die HDL-Beschreibung wird dafür durch die Implementierungswerkzeuge verarbeitet.
ASIC
Application-Specific Integrated Circuit: integrierter Schaltkreis für eine bestimmte Anwendung. Änderungen nach der Fertigung sind wesentlich anders zu bewerten als eine neue FPGA-Konfiguration.
Design Unit
Eigenständig analysierbare Spracheinheit. In VHDL zählen beispielsweise Entity, Architecture und Package dazu; mehrere Einheiten können in einer Quelldatei stehen.
Bibliothek
Logischer Namensraum für kompilierte HDL-Einheiten. Bibliotheksname, physischer Ablageort und Suchkonfiguration müssen zwischen Projektschritten konsistent sein.
Kompilierung
Analyse von Quelldateien für ein Werkzeug. Sie prüft sprachliche und semantische Zusammenhänge, führt aber noch keinen vollständigen Testbench-Lauf aus.
Elaboration
Aufbau einer konkreten Simulationshierarchie aus Design Units, Bindungen und Parametern. Fehler dabei können trotz erfolgreicher Dateianalyse auftreten.
Testbench
Umgebung, die das zu prüfende Design instanziiert, Eingaben erzeugt und Ausgaben beobachtet. Eine selbstprüfende Testbench bewertet die Erwartungen automatisch.
DUT
Design Under Test: das im Test untersuchte Design. Die Grenze des DUT sollte bewusst gewählt werden, damit Schnittstellen und Annahmen eindeutig sind.
Assertion
Ausführbare Aussage über eine erwartete Bedingung oder Eigenschaft. Eine verletzte Assertion soll einen verständlichen, auswertbaren Fehler erzeugen.
Scoreboard
Prüfkomponente, die beobachtete mit erwarteten Ergebnissen vergleicht. Sie benötigt ein geeignetes Referenzmodell und Regeln zum zeitlichen oder transaktionsbezogenen Zuordnen.
Linting
Statische Untersuchung des Quelltexts anhand ausgewählter Regeln. Meldungen können Stil, Wartbarkeit oder mögliche funktionale Risiken betreffen und benötigen Bewertung.
CDC
Clock Domain Crossing: Übergang von Signalen zwischen Taktdomänen. Die korrekte Behandlung hängt unter anderem von Signalart, Synchronisierung und Protokoll ab.
RDC
Reset Domain Crossing: Zusammenhang zwischen unterschiedlich zurückgesetzten Bereichen. Reset-Verhalten muss ebenso bewusst analysiert werden wie Taktgrenzen.
Code Coverage
Messung, welche definierten Codeelemente während der Ausführung erreicht wurden. Die Aussage hängt von der konkreten Messgröße ab und ersetzt keine Anforderungsprüfung.
Functional Coverage
Modell der für die Verifikation interessanten funktionalen Situationen. Der erreichte Wert ist nur so aussagekräftig wie die Auswahl der zu messenden Ziele.
Regression
Wiederholte Ausführung einer definierten Testmenge, zum Beispiel nach einer Änderung. Sie soll bereits geprüftes Verhalten erneut bewerten und neue Fehler sichtbar machen.
Seed
Startwert für eine pseudozufällige Folge. Ein dokumentierter Seed unterstützt Wiederholbarkeit, sofern Werkzeugstand und übrige Konfiguration gleich bleiben.
CI
Continuous Integration: gemeinsames Prüfen von Änderungen in einem automatisierten Ablauf. Für HDL gehören unter anderem Werkzeugversionen, Bibliotheken und Lizenzzugriff zur Ausführungsumgebung.

Vom Begriff zum Arbeitsschritt

Für das Zusammenspiel der Ebenen lesen Sie den Workflow vom Editor zur Prüfung. Die Fachartikel erklären die Hintergründe ausführlicher; die Application Notes zeigen begrenzte Beispiele mit konkreten Prüfschritten.

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